Unser Flug – Über Kopenhagen nach Norwegen

Reise nach Norwegen

Bei Gutem Wetter und klarer Sicht bei über 10.000 Metern einen Ausblick auf Norwegen, die Wälder und die Berge zu haben, ist einfach toll. Doch das ist noch nichts gegen die grandiose Aussicht beim Anflug auf Bergen.
Ich liebe es zu fliegen! Doch der Hinflug strapaziert anfangs selbst meine Nerven. Unsere Flüge liegen zu denkbar schlechten Zeiten. Der Abflug in Düsseldorf ist am frühen Morgen, um rechtzeitig da zu sein, müssen wir die letzte Bahn am Abend nehmen.

Unsere Reise beginnt

Wir starten in Bonn voller Vorfreude. Es ist noch eher spät als früh. Nach nicht viel mehr als einer Stunde Schlaf nehmen wir die letzte Bahn um 2:30 Uhr. Es ist Mitte März, die Nächte sind noch sehr kalt und unsere Müdigkeit verstärkt das Kältegefühl noch, als wir vor die Tür treten und die 10 Minuten bis zum Bahnhof laufen. Wir sind warm angezogen, schließlich wollen wir nach Norwegen, trotzdem gibt der Anblick des kondensierenden Atems ein Gefühl von Kälte. Zumindest Äußerlich, denn im Inneren in mir brodelt es vor Vorfreude, die jetzt als wir am Gleis auf unsere Regionalbahn nach Düsseldorf warten, langsam immer realer wird.
Als der Zug vor uns hält und sich die Trittbretter langsam herunter fahren und die Türen öffnen, ist es soweit, jetzt beginnt unsere Reise endgültig. Auf nach Norwegen!

Wir fahren zuerst mit dem Regional-Express bis zum Kölner Hauptbahnhof. Die Fahrt vergeht wie gewohnt im Flug. Am Hauptbahnhof angekommen, haben wir Glück, denn unser Anschlusszug wartet schon am Gleis auf uns, und so können wir die restlichen 15 Minuten Wartezeit im Warmen verbringen. Die Regionalbahn bringt uns dann auch relativ schnell und gemütlich nach Düsseldorf wo wir in eine S-Bahn umsteigen, die uns vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen fährt. Hier werden unsere Augen so langsam schwer, wir kämpfen mit der Müdigkeit, und die unbequemen Sitze tun das übrige, dass die Fahrt langsam nervt.

Am Flughafen

Nachdem wir aus der S-Bahn aussteigen müssen wir weiter mit der flughafen-eigenen Hochbahn. Auch wenn es Nacht ist, sehen wir aus dem Fenster das rege Treiben auf dem Rollfeld und den Zubringern zum Rollfeld. Unermüdlich werden im orangenen Licht der Vorfeldbeleuchtung Flugzeuge betankt, be- und entladen. Nun weicht die Müdigkeit wieder mehr und mehr der Aufregung, besonders als wir in die riesige Abfertigungshalle des Flughafens treten. Bis zum Schalter von Scandinavian Airlines ist es ein gutes Stückchen Fußmarsch. Der Check-In geht recht schnell, die kleine Schlange die sich gebildet hat, wird von den beiden Mitarbeiterinnen zügig abgearbeitet. Den Rucksack meiner Freundin müssen wir als Sperrgepäck aufgegeben. Natürlich ist die Aufgabe dafür aber am ganz anderen Ende der Halle, also machen wir uns wieder auf den Weg. Zumindest schlagen wir so noch etwas Zeit tot. Durch den schnellen Check-In sind wir nun wieder viel zu gut in der Zeit, und haben noch massig Zeit bis zu unserem Abflug am frühen Morgen.
Die Sicherheitskontrolle kann sich mit meiner Fotoausrüstung im Rucksack etwas hinziehen. Dieses mal interessiert sich die Security jedoch überhaupt nicht dafür. Auch das kleine Fläschchen Linsenreinigungsflüssigkeit, was ich grundsätzlich im Fotorucksack vergesse, wenn ich Fliege, wird wie immer nicht beanstandet. Schwieriger ist es mit meinen schweren Stiefeln durch den Metall-Detektor zu kommen. Das funktioniert überhaupt nicht, und ich werde natürlich heraus gewunken. Der Sicherheits-Mensch ist aber sehr freundlich und wir plaudern etwas. Die Zeit bis zum Boarding überstehen wir anschließend noch. Wir schlendern durch die Shops im Sicherheitsbereich und dösen noch etwas im Gate.

Auf zum Zwischenstop nach Kopenhagen

Unsere Maschine nach Kopenhagen rollt bei den ersten Anzeichen der Morgendämmerung auf die Startbahn. Kurz nach dem Abheben sieht man dann die ersten Sonnenstrahlen am Horizont. Wir brechen durch die dichten Wolken und fliegen dem Sonnenaufgang entgegen. Die Wolken sehen aus wie Watte und leuchten erst in einem tiefen violett und später in einem warmen orange. Ich liebe das Fliegen, das Farbspiel draußen vor dem Fenster ist grandios, die Stewardessen servieren Kaffee und das Flugzeug wippt gemütlich im Wind.

Um 7:25 Uhr sollen wir in Kopenhagen landen. Der Morgen ist inzwischen angebrochen und draußen ist es hell. Die Wolkendecke über Kopenhagen ist offen und wir sehen wie wir von Norden über der Stadt einfliegen. Wir sehen den Øresund und können bis nach Schweden schauen. Als das Flugzeug dann beim Eindrehen nach rechts schwenkt, haben wir einen wundervollen Blick auf die Stadt. Wir sehen den Hafen und das Kastell, die viele Parks mit ihren Schlössern und ich denke so vor mich hin, dass Kopenhagen auch mal eine Reise wert wäre.
Die Landung ist weich. Da wir weiter fliegen, werden wir gleich in den riesigen Transitbereich des Flughafens geleitet. Um unsere viereinhalb Stunden Aufenthalt tot zu schlagen schlendern wir wieder durch die Geschäfte, kaufen uns noch etwas zu trinken. Zum Glück hat meine Freundin eine Kreditkarte mit der sie bezahlen kann, ohne dass wir auch noch dänische Kronen brauchen.
Wir überlegen kurz, ob wir in die Stadt fahren sollen, aber dann müssten wir später noch mal durch die Sicherheitskontrolle, was uns zu aufwendig für die kurze Zeit ist. Wir halten uns einige Stunden im Transitbereich auf, bummeln durch die Geschäfte und sitzen in einem überdachten Innenhof, essen etwas von unserer Wegverpflegung. Die Müdigkeit hat uns nun voll und ganz und das Warten wird zur Geduldsprobe. Irgendwann wechseln wir zu unserem Gate. Auch hier haben wir immer noch zwei Stunden Wartezeit, doch es ist zumindest etwas ruhiger und weniger hektisch. Wir dösen, trinken einen weiteren Kaffee und ich schnappe mir vor lauter Langeweile meine Kamera, laufe durch unser Terminal und fotografiere die Flugzeuge vor den Gates und auf der Landebahn.

 

Über Norwegen

Als ich auf dem Rollfeld mehrere kleine Propellermaschinen von SAS sehe, hoffe ich insgeheim, dass unser Weiterflug mit so einer stattfindet. Das wäre mal etwas anderes, als die typischen A320 von Airbus, die wir auch schon auf dem Flug von Düsseldorf hatten. Wie zu erwarten war, werde ich aber enttäuscht und wir bekommen eine in die Jahre gekommene Boeing 737. Die Ausstattung ist deutlich älter, überall knirscht und knarrt es, aber egal…
Wir heben von der Startbahn in Kopenhagen ab, die Wolkendecke ist immer noch durchlässig und so beobachten wir den Boden unter uns aus dem Fenster heraus bis wir auf die offene Ostsee heraus fliegen und nur noch Meer sehen. Noch nie hatte ich einen so ruhigen Flug. Keine einzige Turbulenz stört unseren Flug, nicht einmal ein Hauch von Bewegung in unserer Maschine.
Nach einer Weile entdecken wir wieder Land unter uns. Eine lang gezogene Landzunge, die sich ins Meer schiebt, und wir rätseln ob wir gerade über dem Skagerrak sind, und das die Nordspitze Dänemarks ist. Kurz werden wir in unseren Vermutungen unterbrochen von der Stewardess, die uns frischen Kaffee reicht. Der Kaffe ist stark und aromatisch, und ich bekomme den ersten Vorgeschmack auf eines der großen Talente der Norweger: Exzellenten Filter-Kaffee zu kochen.
Ich genieße die letzten Schlücke meines Kaffees, als wir unter uns wieder Land erkennen. Diesmal keine lang gezogene sandige Landzunge, sondern raue, steil abfallende Küste mit großen Nadelwäldern die bis an die Klippen heran reichen. Es gibt keinen Zweifel, das ist Norwegen! Zuerst erhasche ich immer nur kurze Blicke aus den Fenstern auf der gegenüberliegenden Seite, bis wir etwas eindrehen, und auch links von uns das Land zu sehen ist. Etwas weiter landeinwärts werden die Wälder weiß und wir sehen schneebedeckte Gebirgsketten. Ich sehe zum ersten Mal wie leer und weit dieses wilde Land ist.
Je näher wir an Bergen kommen, desto schlechter wird das Wetter, die Wolken schließen sich immer mehr, und es fängt an zu tröpfeln. Als wir in den Landeanflug gehen und die Landschaft am Boden größer wird, steigt meine Vorfreude ins unermessliche.
Wir fliegen den „Bergen Lufthavn“ von Süden aus an und drehen parallel zur Küste ein. So fliegen wir direkt über dem Bjørnafjorden. Obwohl es noch Winter ist, ist alles Grün. Das klare, blaue und spiegelglatte Wasser des Fjords wird unterbrochen von dutzenden kleinen Inseln, mit steilen Felsenklippen, die dicht bewaldet von Nadelbäumen sind. Wir sinken tiefer und tiefer, und man erkennt immer mehr: Kleine Boote auf dem Fjord, Hütten am Ufer, Fischfarmen mitten im Wasser zwischen den Inseln. Es verschlägt mir beinahe den Atem, jetzt wird mir klar, dass unsere Reise etwas ganz besonderes werden wird. Der Landeanflug ist ungewöhnlich lang und flach, so dass ich den Blick aus dem Fenster lange genießen kann. Ich habe noch nie einen so schönen Landstrich gesehen. Ich habe mich bereits in dieses Land verliebt, noch bevor ich einen einzigen Fuß auf den Boden gesetzt habe!
Wir setzen direkt hinter dem Wasser und steilen Felsen auf einer kleinen Landebahn auf. Der Flughafen ist winzig und es scheint so, als hätte jeder Zentimeter Landebahn dem Berg mühsam abgerungen werden müssen. Der Flieger dreht eine Rechtskurve, und schon sind wir auf dem Vorfeld. Außer zwei weiteren Düsenflugzeugen stehen hier nur kleine Propellermaschinen und ein paar große, seetaugliche Helikopter. Wir docken am Gate an und betreten die winzige Abfertigungshalle. Sie besteht aus nur wenigen Gepäckbändern, einem Getränkeautomaten und einem kleinen Duty-Free-Shop. Es fühlt sich fast familiär an, es gibt keine Hektik, und die teilweise holzvertäfelten Wände strahlen eine gewisse Gemütlichkeit aus.
Nachdem wir unser Gepäck haben, verlassen wir den Sicherheitsbereich und durchqueren die kleine Ankunftshalle nach draußen. Der Schuttle-Bus in die Stadt wartet schon auf uns. Wir zeigen dem Fahrer unsere ausgedruckten Tickets, und sein Kollege hilft uns freundlich das Gepäck im Gepäckraum zu verstauen. Über große und hypermoderne Straßen geht es nun die ca. 20 Minuten Richtung Stadtzentrum. Links und Rechts der Straße säumen Felswände und große Felsbrocken immer wieder den Weg, und ich sehe die ersten roten Holzhäuschen, die für Norwegen so berühmt sind. Der Bus setzt uns mitten in der Stadt am Stadtpark ab. Den Rest des Weges in Richtung Fußgängerzone gehen wir, unser Apartment ist nicht weit von hier.

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